Fragen FAQ
Hat es denn überhaupt in meinem Alter noch Sinn, Sport zu machen?
Ja, auf jeden Fall! Es ist sogar notwendiger als in früheren Jahren. Im Alter wird die Knochendichte geringer, aus diesem Grunde ist dann auch der Bewegungsapparat anfälliger. Auch ein Muskelzuwachs ist im hohen Alter noch möglich. Die Ärztin Frau Maria Fiatrone brachte 1990 den Beweis. Sie trainierte eine Gruppe von Bewohnern eines Altersheimes von 86-96 Jahren. Ausgeführt wurde eine Kräftigungsübung für die Oberschenkelmuskulatur. Der durchschnittliche Kraftzuwachs betrug 173%, der Muskelzuwachs 9%. Studien in Großbritannien kommen zu ähnlichen Resultaten.
Warum legen Sie so großen Wert auf Krafttraining?
Das Krafttraining hat viele Komponenten. Durch Krafttraining wird die Knochendichte erhöht. Das führt dazu, dass Stürze weniger gravierende Folgen haben. Durch die Zunahme der Muskelmenge ist zudem der Knochen besser geschützt. Studien haben außerdem gezeigt, dass sich dadurch auch die Sturzanfälligkeit verringert und die Schnelligkeit im Laufen zunimmt. Im Alter nimmt die Kraft im Allgemeinen ab. Mit gezieltem Training kann man aber die Muskeln auch wieder aufbauen.
Schützt das Training bei Ihnen auch vor Demenz?
Das kann ich Ihnen leider nicht versprechen. Fakt ist aber, dass aktive Menschen später von Demenz betroffen sind als inaktive Menschen. Es gibt Studien in Großbritannien, die eindeutig nachweisen, dass Sport vor Alzheimer schützt. Menschen, die auch oder gerade im Alter regelmäßig Sport treiben, erkranken weniger an Demenz als Menschen, die nicht sportlich aktiv sind. Eine Studie vom Vancouver Coastal Health Research Institute (2010 veröffentlicht) zeigte, dass Frauen, die ein- bis zweimal pro Woche mit Hanteln und Kraftmaschinen trainierten, nicht nur körperlich sondern auch geistig fitter waren als die Kontrollgruppe, die nur Balancetraining durchgeführt hat.
Was kann ich zu Hause machen?
Sie können das Training natürlich zu Hause fortsetzen. Auch deshalb arbeiten wir mit Hanteln, die es überall zu kaufen gibt. Sie erhalten von uns eine Anleitung für das Training zu Hause. Wir gehen allerdings davon aus, dass es ausreichend ist, 1-2 x in der Woche zu trainieren. Wenn Ihre Muskeln 2x gefordert werden, werden sie sich auf die erhöhte Belastung einstellen und wachsen.
Brauche ich eine Bescheinigung des Arztes?
Nein, Sie müssen uns keine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Allerdings ist das Training bei uns eine körperliche Belastung für den Organismus. Sie müssen selbst einschätzen, wie weit sie gehen können. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich bei Ihrem Hausarzt durchchecken zu lassen, ob Sie in der Lage sind, Sport zu treiben. Wir werden Ihnen auch eine Erklärung vorlegen, auf der Sie unterschreiben, dass Sie für Ihre Gesundheit und die Intensität des Trainings selbst verantwortlich sind.
Muss ich etwas mitbringen?
Ja, Sie sollten in Sportschuhen kommen bzw. diese mitbringen. Sinnvoll ist auch ein kleines Handtuch, mit dem man sich eventuell den Schweiß abwischen kann. Und gut bewegliche, nicht zu enge Kleidung.
Reicht denn das Training bei Ihnen, um fit zu bleiben?
Jedes Training oder jeder Sport ist wichtig und besser als gar keine Bewegung. Ob es reicht, entscheiden Sie. Wir werden uns allerdings bemühen, noch eine Spaziergang- oder Wandergruppe zu bilden. Das könnte so aussehen, dass nach dem Gedächtnistraining noch ein ausführlicher Spaziergang in der Gruppe gemacht wird. Diese Gruppe soll aber ohne Therapeuten stattfinden und kostenlos sein.
Beinhaltet das Training bei Ihnen nur Krafttraining?
Nein, ein wichtiger Teil des Trainings sind auch Dehnungsübungen. Die Beweglichkeit der Gelenke ist im Alter eingeschränkt. Selbst bei Menschen ab 40 ist die Beweglichkeit schon eingeschränkt, weil die Gelenke im Alltag nicht mehr so intensiv genutzt werden. Die Beweglichkeit nimmt auch aus physiologischen Gründen im Alter noch weiter ab. Die Elastizität der Muskeln und Sehnen ist nicht mehr so stark, das Bindegewebe ist nicht mehr so stabil.
Warum warnen Sie immer vor Stürzen? Ich bin schon gestürzt und habe mir nichts getan.
Statistisch gesehen sind Stürze im Alter ein großes Risiko. 10% aller Stürze führt zum Knochenbruch, und die Folgen sind dann gravierend. Lange Immobilität und die Angst vor neuen Stürzen schränkt Menschen über 65 Jahren schon sehr ein. 30% aller über 65 jährigen, zu Hause lebenden Menschen stürzen jährlich. Daraus resultiert ein erheblicher Verlust des Vertrauens in die eigene Bewegungsfähigkeit.
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